Ora et labora – Beten und Arbeiten, Lieben und Leben auf dem Dachgarten Erfurts

Inmitten der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt und doch eigentümlicherweise „im Abseits“ finden wir heute die vormalige, bereits 1147 geweihte romanische Stifts- und Klosterkirche St. Peter und Paul in einer ambivalenten Situation vor: einerseits verstümmelt und geschändet infolge kriegsbedingter Zerstörungen und – seit Beginn des 19. Jahrhunderts – militärisch-säkularer Überbauung, andererseits durch eben diese Besetzung über die Zeitläufe hinweg gesichert und bewahrt.
Ausstrahlung kann dieses einzigartige, Stein gewordene Zeugnis europäischen Christentums, Zukunft kann dieser bislang in Ansätzen erkennbare Dachgarten Erfurts – im anspruchsvollen Spannungsfeld von Citadelle und Peterskirche – nur gewinnen, wenn man behutsam und entschlossen an die jahrhundertealte Tradition dieses Ortes anknüpft, und zwar in doppelter Hinsicht: geistig-kulturell und baulich-infrastrukturell.
Seit dem Frühjahr des Jahres 2008 wurde auf der Grundlage einer Konzeptidee von Thomas und Cornelia Seidel in verschiedenen Arbeitsrunden (Bildung/Ausbildung; Bau/Defensionskaserne und Kirchennutzung/Kultur) darüber nachgedacht, wie diese Doppelaufgabe gelöst werden könnte. Gleichzeitig bildete sich eine Gruppe von Menschen, die ihre Bereitschaft erklärt haben, diese Idee geistig-geistlich und sozusagen mit „Leib und Leben“ zu gestalten und umzusetzen: das Collegiat St. Peter & Paul. Die etwa 25 Mitglieder des Collegiats treffen sich regelmäßig.
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